Für viele Menschen aus der queeren Community und anderen Gruppen ist es nach wie vor nicht selbstverständlich, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Gesundheitswesen gibt es Vorurteile und es fehlt an fachlicher Kompetenz sowie selbstkritischem und empathischem Arbeiten mit Menschen.
Diskriminierung kann in verschiedenen Formen auftreten, wie Queerfeindlichkeit, Rassismus, Ableismus und Fettfeindlichkeit. Sie kann subtil in Form von mikroaggressiven Kommentaren oder offenen Aussagen auftreten. In einigen Fällen können auch notwendige medizinische Leistungen verweigert werden. Dies kann dazu führen, dass Menschen, die bereits Diskriminierung erfahren haben, keine medizinische Hilfe mehr in Anspruch nehmen.
Das Machtgefälle zwischen Praktizierenden und Patient*innen ist besonders kritisch, da es auch Diskriminierungserfahrungen zusätzlich begünstigen kann. Wir brauchen Orte, die auf Sensibilität achten, da wir in der Praxis auf die fachliche Expertise und das Wohlwollen der anderen Person angewiesen sind. Jeder hat ein Recht auf selbstbestimmte und respektvolle Gesundheitsversorgung.
Queermed setzt sich für den Abbau von Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitswesen ein. Dies passiert über unterschiedliche Arbeitsbereiche. Zum einen das Verzeichnis, wo Menschen anonym positive Erfahrungen teilen können und auf der Website diese aktiv gefiltert werden können.
Dabei verfolgt Queermed einen intersektionalen Ansatz, da alle Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten von Diskriminierung betroffen sein können. Gleichzeitig bietet Queermed Bildungsarbeit in Form von Materialien (Infoposter oder dem Leitfaden zum sensibilisierten Umgang mit Patient*innen) als auch Vorträge und Workshops an.
Das Ziel ist, Diskriminierungserfahrungen langfristig abzubauen, Patient*innen zu empowern als auch Praktizierende zu sensibilisieren.
